el altar, sangay Parque National Sangay, Ecuador
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Natur - Vulkane im Park

Im Nationalpark Sangay liegen drei der höchsten Vulkane Ecuadors:

Der Vulkan Tungurahua liegt im Norden des Parks und war früher von Baños aus einfach zu erklimmen. Wegen seinen permanenten Eruptionen ist dies zur Zeit aber nicht mehr möglich.

Der Vulkan El Altar ist mit 5319m der höchste des Parks. Er ist seit längerem schon nicht mehr aktiv. Ihn zu ersteigen ist trotzdem nicht ungefährlich.

Der Vulkan Sangay besteht aus zerklüfteten Felsen und ist ziemlich weit von Dörfern abgelegen. Seinen Gipfel zu erreichen gilt als sehr gefährlich. Dies haben bis heute nicht viele Menschen geschafft.

Karte aus "ECUADOR, terra incognita" No. 15, noviembre 2001

Sangay (5230m)


Der Vulkan Sangay liegt etwa 60km südlich vom Vulkan El Altar, in einer Seitenkette der "Cordillera Oriental", welche bis zum Amazonasbecken führt. Er ist der zweithöchste Vulkan im Nationalpark und zählt mit den Vulkanen Cotopaxi, Tungurahua und Reventador zu den aktivsten Vulkane ganz Ecuadors. Durch das Material von seinen permanente Eruptionen wird der Kegel dauernd zerstört.
Tag und Nacht tobt und kocht er, spuckt Flammen und Asche aus.
Man kann seine riesige ausgestossene Rauchwolke von anderen Bergen aus betrachten, an klaren Tagen sogar von Macas und Puyo aus, zwei weit entfernte Städte im Oriente.
Im Vulkan gibt es vier Krater welche alle halbe Minuten Wasserdampf, Schwefelgase, Lavaströme und Asche ausschleudern, die dann am Bergabhang herunterströmen und in die nahen Flüsse fliessen.
Der Vulkan wurde im Pleistocenum gebildet und soll erstmals von 1728 bis 1916 aktiv gewesen sein. Nach einer Pause zwischen 1916 bis 1934 geriet er wieder in Tätigkeit und 1938 gab es eine sehr starke Explosion, die man auch aus einer Distanz von 600km hören konnte.
Sein Name bekam der Vulkan Sangay von dem Volk der Shuares, die damals und auch heute noch im Oriente leben. Er kommt von dem Wort "Shanga", was auf spanisch "bondadoso" (gütig) bedeutet. Diese nannten ihn "der Gütige", weil seine ausgespuckten Laven und das Feuer seiner unzähligen schrecklichen Explosionen niemals eines ihrer Dörfer erreichte um Schaden anzurichten. Die vielen Flüsse und die weit reichende Natur die ihn umgeben sorgten dafür.

Auch heute noch emittiert El Sangay ständig Gase und Rauch. Aber auch Eruptionen und glühende Lavaflüsse werden beobachtet. Schlammfluesse breiten sich an seinen Haengen aus, verwuesten den Wald und kreieren neue oekologische Nischen.
Er zeichnet sich fuer seine geologische Zusammensetzung aus, welche der Landschaft ein spektakulaeres Charakteristikum erteilt.



Aufstieg

Die erste Auskundschaftung des Vulkans erfolgte Im Dezember 1849 durch den Franzosen Sabastián Wiesse. Bis nach oben schaffte es dieser jedoch nicht, da der Vulkan zu dieser Zeit sehr aktiv war.

Auch ein Engländer, Mr. G.M. Dyot, versuchte 1925 einen Auftstieg, der aber ebenfalls erfolglos war.

Erst am 4. August 1920 gelang es einer Gruppe Amerikanern, Robert und Terry Moore, Paul Austin und Lewis Thorne, seinen Gipfel zu erreichen.

Etwas später, 1962, erklimmten dann auch die ersten Ecuadorianer den Vulkan, Jorge Larrea und Héctor Vásques, die vom damaligen amerikanischen Konsul, Harry Lofton begleitet wurden.

Jorge Larrea war dann 1967 auch der Erste, der den Vulkan vom Osten her, von wo aus es viel schwieriger ist, erklimmen konnte.

Tungurahua (5016m)

Der Vulkan Tungurahua befindet sich in der östlichen Gebirgskette (Cordillera Oriental) der Anden und ist der 10. höchste Berg und einer der aktivsten Vulkane Ecuadors.
Im 19. Jahrhundert verwüsteten seine Ausbrüche all seine angrenzenden Umgebungen und füllten die Felder und Flussgebiete mit Lava und Asche.
In prähistorischen Zeiten strömte ein Lavastrom über das "Valle del Pastaze" (Flusstal des Pastaze) und zerstörte dabei die nördliche Seite des Tungurahuas. Die Lavamasse akkumulierte sich am Fusse des Kegels und formte dort die Plattform wo heute das Dorf Baños liegt. Es wurden enge und tiefe Schluchten gebildet, die heute eine eindruckvolle Landschaft hinterlassen. Man durchquert dies Schluchten auf der später gebauten Strasse von Riobamba nach Baños.





Sein heutiger Krater hat einen Durchmesser von ungefähr 300-350m und ist etwa 200m tief. Die Wände seines Kessels sind senkrecht und bestehen aus losen und bröckligen Felsen, deren Farbe braun-gelb bis rötlich ist.

Der Name "Tungurahua" hat er sowie der Sangay auch von den Indigenas. Er bedeutet "Hölle und Feuer". Nach der Mythologie der Indigenas ist er ein ungestümes und zorniges Wesen mit einem herzlosen Gemüt, welches Menschen als Opfer fordert.
Nach ihrer Legende soll der Tungurahua auch eine Liebesbeziehung mit dem Vulkan Chimborazo und dem Cotopaxi geführt haben, zwischen denen es dann eifersüchtige Auseinandersetzungen gegeben haben soll.

Der frühste bekannte Ausbruch soll im Jahr 1641 gewesen sein. Nach diesem Ausbruch wurden aber bis 1773 keine Eruptionen mehr registriert. Dann soll es 1781 eine sehr heftige Explosion gegeben haben. Die stärkste soll aber etwas später, nämlich im Jahr 1886 gewesen sein. Diese habe das ganze "Valle de Baños" (Tal von Baños) und seine Umgebungen zerstört.
Die letzte Eruption die registriert wurde erfolgte im Jahr 1918. Danach wurde er als halbschlafend und ungefährlich erklärt. Dies änderte aber abrupt, als er 1998 seine Aktivität wiederaufnahm. Auf einer Skala von weiss-gelb-orange-rot wurde er auf die orange Stufe gesetzt. Dies heisst, dass ein Vulkan zwar aktiv ist, aber keine Gefahr einer Eruption besteht. Dies wurde jedoch sofort geändert, als am 5. Oktober 1999 ein australischer Bergsteiger mit seinem ecuadorianischen Führer von Gaseruptionen verbrennt wurden.
In den darauffolgenden zwei Wochen nach diesem Unglück, stiess der Vulkan riesige Dampf- und Aschenwolken aus. In der Nacht konnte beobachtet werden, wie glühende Lavaströme an seinen Seiten herunterflossen.
Am 17. Oktober 1999 wurde den 20000 Einwohner von Baños und den umgebenden Dörfern das Verlassen der Stadt angeordnet, da eine grössere Eruption für diese eine tödliche Bedrohung sein könne. Auch die Strassen zwischen Riobamba und Puyo und zwischen Ambato und Puyo wurden geschlossen.
Als aber im Januar 2000 immer noch keine stärkere Explosion erfolgte, kehrten die Bewohner von Baños gegen die Anordnung der Regierung wieder in ihre Häuser zurück. Die Strasse zwischen Ambato und Puyo wurde wieder geöffnet. Als dann auch die Hotels und Jugendherbergen wieder eröffnet wurden, besuchten auch Touristen die kleine Stadt wieder. Heute sind alle Reiseveranstalter wieder im Geschäft. Noch immer befindet sich der Vulkan auf Alarmstufe orange, was sich die Menschen aber auch bewusst sind. Denn innert wenigen Stunden könnte dieses Schütteln und Ausspucken von Aschen in einer katastrophalen Explosion enden.
Täglich kann der Zustand aber verfolgt werden auf:
www.elcomercio.com und http://geofisico.cybw.net

Aufstieg

Die ersten die den Tungurahua bezwangen waren die zwei Deutschen Wilhelm Reiss und Alfonso Stübel, im Februar 1873.
Im Monat May des gleichen Jahres verweilte der Amerikaner Fenand eine Nacht im Krater.
Der erste Ecuadorianer, der den Gipfel erreichte, war Nicolás Martínez im Januar 1900.

Bevor 1998 der Vulkan seine Aktivität wieder aufnahm, war der Aufstieg zum Krater bei Touristen und Einheimischen ein sehr beliebtes Abenteuer. Es existierten mehrere Routen, die meist benützte war die von Pondoa aus.
Der Ausgangsort der Tour war Baños, von wo aus man auf einer holprigen Landstrasse nach Pondoa fahren konnte. Von dort aus wanderten die Abenteurer bis zum Parkhaus des Nationalparkes Sangay. Dort konnte man übernachten. Dann wanderte man etwa zwei Stunden durch Wälder und über Wiesen bis zur Berghütte "Segundo Ocaña, auf 3800m ü.M. In dieser Berghütte konnten 20 Leute übernachten. Am nächsten Tag, wenn es das Wetter erlaubte, sitegen die Wanderer empor zum Krater. Dies dauerte etwa vier Stunden.
Von vielen bekannten Bergsteigern wurde der Vulkan Tungurahua zu einem der schönsten Berge erklärt. Dies auch aufgrund der dort existierenden Flora und Fauna, denn diese zeigt sich dort sehr vielfältig.

El Altar (5319m)

Der Vulkan El Altar ist eine sehr massige Gestalt mit vielen weissen Spitzen, die kreisförmig angeordnet sind und eine gelbe Kraterlagune, die Laguna Amarilla, umschliessen.
Er soll der schönste und grossartigste Berg ganz Ecuadors sein. Da er so eine aussergewöhnliche Form hat, ist er bekannt als "Das kreativste Meisterwerk aller Vulkane".
Er ist mit seinen 5319m der höchste der drei Vulkane im Nationalpark.

El Altar

Von den Indigenas wird der Vulkan "Capac Urcu" genannt, was "Grossartiger, erhabener Berg" bedeutet. Diese Namensgebung ist für jeden gut nachvollziehbar, der einmal das Glück haben wird, ihn an einem wolkenfreien Tag betrachten zu können.
Als dann die Spanier Ecuador kolonisierten, nannten sie den Vulkan "El Altar", da er diese wegen seinen zahlreichen weissen Spitzen und den daran hängenden Gletschern an die gotischen Altare ihrer fernen Heimat erinnerte. Von den Spaniern wurden auch seine vielen Spitzen benannt. Ihre Namen erhielten sie je nach Form und Position:
Canónigo, Tabernáculo, Frailes, Obispo, Monjas, Acólito.

Der einmal vor langer Zeit aktive Vulkan El Altar gehört zu der östlichen Gebirgskette (Cordillera Oriental). Seine zahlreichen von Schnee bedeckten Spitzen formen seinen Kessel, in dessen Mitte durch das Schmelzen der Gletscher ein Vulkansee, die Laguna Amarilla, entstanden ist. Dort befand sich in prähistorischen Zeiten auch der Feuerherd des Vulkans.
Aus verschiedenen Quellen weiss man, dass der "El Altar" seine Aktivität schon im 19. Jahrhundert für immer verlor. Er ist gegen den Westen hin geöffnet, denn er soll die westlich gelegenen Spitzen beim Ausfluss der Lava während einer seiner letzten Ausbrüche verloren haben. Mehrere intensive Eiszeiten sollen ihm aber die Form, die er heute besitzt, gegeben haben.

Die Spitzen formen einen Halbkreis vom Norden über den Osten und in den Süden. Gegen den Westen hin ist der Vulkan geöffnet.
Die höchste Spitze, El Obispo, liegt im Süden des Halbkreises: ein Massiv von mehreren Spitzen, die aber keine Namen tragen. Die höchste erreicht 5404m.
Die zweithöchste Spitze heisst El Canónigo, liegt im Norden und misst 5355m. Dann folgt die Spitze Monja Mayor, die östlich von der El Obispo liegt.

Gletscher

Der Aufstieg

1880 versuchten die zwei Italiener Whimper und Carrel zum ersten Mal eine der Spitzen des Altares zu erklimmen. Nachdem diese in mehreren Versuchen erfolglos blieben, versuchten es später noch viele andere Bergsteiger. Zum Beispiel zwei Deutsche, Hans Mayer und Reichreiter im Jahre 1903. Diese blieben aber auch erfolglos. Im Jahre 1939 versuchten es nochmals zwei Italiener: Gigliono und Formogio. Dann 1953 der Deutsche Klum und der Italiener Vinci, 1961 zwei Japaner und mehrere ecuatorianische Bergsteiger. Alle blieben aber erfolglos.
Erst 1963 gelang es zum ersten Mal einer italienischen Gruppe von erfahrenen Bergführer, Ferdinando Gaspar, Claudio Zardini und Marino Tremonti, am 7. Juli die Spitze Obispo zu erreichen.
Die ersten ecuatorianischen Bergsteiger, die dies auch 1963 noch schafften, waren der bekannte und erfahrene Bergführer Marco Cruz, begleitet von Rómulo Pazmiño und Luis Salazar.


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