1. Das Seensystem, die umgebenden
Landschaften und andere Sehenswürdigkeiten
Im Rücken, südöstlich des Vulkanes El Altar, befindet
sich ein Seensystem, welches aus fünf grösseren und kleineren
Seen besteht:
- Laguna Azul
- Laguna Verde
- Laguna Estrellada
- Laguna Mandur
- Laguna Pintada.
Dieses Seensystem bildet ein wunderschönes Panoramabild einer
typischen Paramolandschaft und ist auf jedenfall einen Besuch wert.
Einmal bei der ersten Lagune angekommen, ist der Weg zu den anderen
vier auch nicht mehr weit. Bei schönem Wetter sind sie alle
vom Grat der Cordilleren zu sehen. Von dort wird man auch mit einer
traumhaften Sicht auf die schneebedeckten Spitzen des Vulkanes El
Altar belohnt. Auf der anderen Talseite des Grates blickt man auf
das Valle de Inguisay, in welchem der Fluss Chorrera fliesst. In
der Weite ist auch der mächtige Vulkan Tungurahua zu sehen,
falls sein Gipfel nicht von einer seiner ausgespuckten Aschenwolke
bedeckt ist.
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Laguna Azul
Die Laguna Azul (Blauer See) ist von den fünf die erste
die man erreicht. Dies nach einer Wanderung von etwa drei Stunden,
ausgehend vom Parkhaus Inguisay. Diese mittelgrosse Lagune befindet
sich auf der anderen Seite des Grates, zu dem man vom Valle
de Inguisay aus gelangt. Sie ist von mittlerer Grösse und
bei schönem Wetter soll sich die Silhouette eines Teiles
des Vulkanes Altar in ihr wiederspiegeln. Sie befindet sich
etwa auf 3900m ü.M. |
Valle de Inguisay
Durch dieses Tal führt uns der Weg hoch zu den Lagunen. Der
Fluss, welcher durch dieses Tal fliesst, entspringt einer der Lagunen
des Vulkanes Altar und nennt sich Chorrero. Die Vegetation in diesem
Tal ist die eines typischen Paramos: Chuquiragua, Stipa ichu, .....
In diesem Tal gibt es ausser dem frei weidenden Vieh der Indigenas,
welche weiter unten im Dorf leben, auch andere, wild vorkommende
Tiere: Condor, Venado, Tigrillo,..
Parkeingang
Zur Parkgrenze gelangt man nachdem man das Valle de Inguisay durchquert
hat und an der Cordillere aufgestiegen ist. Sie verläuft quer
der Cordillere entlang. Das Schild befindet sich nur einen fünf-Minuten-Aufstieg
vom Grat entfernt, von dem man den Ausblick zur Laguna Azul geniessen
kann.
Laguna Verde
Der Name dieser Lagune ist wohl nicht unbedacht gewählt (grüne
Lagune). Das Wasser ist klar und sauber. Sie liegt in einer Ebene,
umgeben von Felswänden, wodurch ein wunderschönes Panoramabild
entsteht. Ihr entspringt ein relativ grosser Wasserfall, dessen
Wasser bis in den Osten des Nationalparks fliesst. Zu der Lagune
führt kein Weg, jedoch ist es möglich bis zu ihr zu gelangen
und mit etwas Glück Tiere wie Venado, Vögel (Condor),
oder den Lobo de Paramo zu beobachten. Sie liegt von der Laguna
Azul etwa eine Wanderung auf dem Grat von einer Viertelstunde entfernt.

Der Condor (Vultur Gryphus)
Mit etwas Glück kann man in dieser Gegend den legendären
Kondoren beobachten. Dieses Kondormännchen ist auf der Suche
nach Futter für sein Junges, auf welches in diesem Moment gerade
die Mutter aufpasst. Das Kondorenpaar hat ihr Nest in einen Felsenvorsprung
im Valle de Inguisay gebaut.

Flora
Innerhalb der Parkgrenze, auf dem Grat der Cordillere trifft man
auf typische, an Extrembedingungen angepasste Pflanzen. Darunter
befinden sich viele Flechten- und Moosarten (Bsp.: Licopodium crassum,
Familie Lycopodiaceae), aber auch Asteraceaen wie zum Beispiel Werneria
nubigena und Loricaria thyoides.
Polylepis-Wald
Entlang des Flusses Chorrero, der durch das Valle de Inguisay führt,
trifft man auf vereinzelte Bäume der Art Polylepis hirsuta.
Von Indigenas wird dieser Wald auch „Bosque de pantzas“
genannt. Die Familie dieser Art ist Rosaceae. Das Holz dieser Bäume
wird für den häuslichen Nutzen verwendet, wie zum Beispiel
als Brennholz oder zum Bau eines Zaunes, etc. Der gekrümmte
und verdrehte Stamm kann bis zu 6- 10 m hoch sein. Die rötliche
Rinde lässt sich leicht von den Ästen und vom Baumstamm
in feinen Häutchen abtrennen. Dies ist auch der Grund warum
diese Bäume nicht von Epiphyten (= Pflanzen die ihrerseits
auf anderen Pflanzen wachsen) besiedelt werden.
2. Anreise und Wanderung
Ausgangsort des Besuches der Lagunen ist Riobamba. Von dort aus
ist es möglich mit einem Auto mit Vierradantrieb auf einem
Landweg bis nach Inguisay zu fahren, wo man auf das Parkhaus der
INEFAN trifft und wo auch der Weg aufhört. Auf der Strecke
nach Inguisay fährt man durch die folgenden kleinen Dörfchen:
Cubijes – Quimiage – Puelazo – Piñan, der
Reihenfolge nach, bis man nach Inguisay gelangt. Die Fahrt dauert
etwa eine Stunde.
Der Besuch der Lagunen ist in einem Tag möglich, jedoch nur
für Frühaufsteher. Falls man aber für zwei Tage hingehen
möchte, ist es möglich, an verschiedenen Plätzen
im Valle de Inguisay sein Zelt aufzustellen und sich mit Wasser
aus dem Fluss Chorrero zu versorgen.
Vom Parkhaus Inguisay zu der ersten Lagune dauert die Wanderung
mindestens drei Stunden. Wobei die erste Hälfte der Wanderung
nicht sehr anstrengend ist, da der Weg durch das Valle de Inguisay
führt und keine grosse Steigung aufzeigt. Die zweite Hälfte,
der Aufstieg bis zum Grat der Cordillere, wird dann schon anstrengender.
Diese Strecke sollte man langsam angehen und dazwischen viele Pausen
machen, vor allem dann, wenn man noch nicht an die Höhe anklimatisiert
ist. Bei der ersten Lagune angekommen, der Laguna Azul, dauert die
Wanderung bis zum Ausblick auf die anderen vier nur noch etwa 15
Minuten. Es ist möglich zu den Ufern der Lagunen zu wandern,
ein offizieller Weg existiert jedoch nicht. Wandert man auf diesem
Weg weiter, an den Lagunen vorbei, wird man nach etwa einer Stunde
am Fuss der schnee- und eisbedeckten Spitzen des Vulkanes El Altar
ankommen.
3. Beste Jahreszeit für die Besichtigung
Die beste Jahreszeit für diese Wanderung ist im Dezember und
im Januar, da in diesen beiden Monaten nach Angaben der Parkhüter
am wenigsten Niederschlag fällt und wenigere Tage von Nebel
begleitet sein sollen.
4. Ausrüstung
Zur Ausrüstung gehören:
- Gummistiefel (da der Weg zum Teil sehr sumpfig ist)
- Regenschutz (das Wetter in den Bergen kann sich innerhalb Minuten
ändern)
- Sonnenschutz (am Äquator ist das Risiko gross, sich auf 4000m
ü.M. zu verbrennen)
- Warme Kleidung (auf dem Grat der Cordillere herrscht ein eisiger
Wind)
- Mütze und Handschuhe gegen die Kälte
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